Donnerstag, 7. Juli 2005

Wilder Westen!

So könnte man die Gegend rund um Gelsenkirchen bezeichnen, zumindestens seit StumpenRudi dort das Zepter schwingt!

Auch hier gibt es wie immer bei ihm eine Vorgeschichte, die langsam zu eskalieren droht:Der vom FC Schalke umworbene Fußball-Profi Sören Larsen will angeblich bei seinem Klub Djurgardens IF in den Streik treten, um einen Wechsel zu erzwingen. Die Schweden wissen davon allerdings nichts.Das muss ja nix bedeuten, wenn Assauer beteiligt ist!Während Schalkes Manager Rudi Assauer angab, Larsen wolle seinen Wechsel zum deutschen Vizemeister durch einen "Streik" in Stockholm vorantreiben, erklärte ein Djurgarden-Sprecher, es gebe nicht die geringsten Probleme mit dem dänischen Spieler.Wieso auch?!Zwei Anwälte prüfen derzeit eine Klausel in Larsens bis 2006 datierten Vertrag mit den Schweden, die den Ausstieg zu einer mit 1,2 Millionen Euro festgeschriebenen Ablöse zum Ende dieser Saison zulassen soll. Streitpunkt ist die genaue Definition der Spielzeit. In der Bundesliga sowie in den meisten anderen europäischen Ligen läuft eine Saison vom 1. Juli bis zum 30. Juni des Folgejahres. In Skandinavien dagegen wird von März bis Oktober gespielt.StumpenRudis Uhr tickt ja bekanntlich auch ein wenig anders..."Wir möchten eigentlich keine gerichtliche Auseinandersetzung und hoffen, dass Djurgarden einlenkt. Entweder muss vom schwedischen Fußball-Verband oder von der Uefa eine schnelle Lösung kommen", betonte Assauer.Schon erstaunlich, dass Schalkes Transfers zuletzt immer die Gerichte beschäftigt haben, oder?!

Naja, obwohl, wenn man mal drüber nachdenkt: Eigentlich nicht!

Valérien sagt es, wie es ist!

Und zwar hier!

Ismael: Ich hoffe es. Bayern hat eine echte Chance auf diesen Titel, denn Bayern, das ist ein Verein wie Real, Juventus, Manchester. Sie wissen, was es heißt, gegen die Besten zu spielen.

kicker: Weiß Werder dies nicht?

Ismael: Ich sage nicht, dass Werder nicht auch große Titel holen kann. Aber gegen Lyon (0:3 und 2:7 im Achtelfinale, d. Red.) haben wir gesehen, wie schwer es ist in der Champions League. Da haben wir unsere Grenzen erreicht.


Allerdings! ;-)

kicker: Sie sollen schon nach dem Titelgewinn 2004 in der Kabine im Olympiastadion erzählt haben, dass Sie zu Bayern gehen werden.

Ismael: Ich wollte eben nach München, und ich habe immer mit offenen Karten gespielt.


Deutlicher geht es nicht, oder?!

kicker: Haben Sie Verständnis für Fans, die Ihnen den Wechsel nach München übel nehmen?

Ismael: Ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen. Ich habe alles gegeben für Bremen, immer Leistung und viele Opfer gebracht.

kicker: Welche Opfer?

Ismael: Das erste Jahr, in dem ich ohne Familie in Bremen lebte, war nicht einfach. Es kam zur Trennung und zur Scheidung. Ich habe immer alles für Bremen gemacht.


Leider können das nicht alle Grün-Weiß-Orange-Goldenen Fans so sehen, allein weil schon wieder einer ihrer Helden zu den Sch**ss Bayern gegangen ist, aber dafür haben sie auch ja einen ihrer Ex-Lieblinge zurückbekommen, der mir dem Druck in der großen, weiten Welt nicht umgehen konnte (wollte)!

Aber weiter im Text:

kicker: Seit einer Woche trainieren Sie nun beim Rekordmeister. Haben Sie schon Unterschiede zu Bremen festgestellt?

Ismael: Ja. Das Trainingslager ist härter, die Ziele sind höher. Bremen wollte unter die ersten fünf, Bayern will die Nummer eins sein. Das ist ein sehr großer Unterschied. In jedem kleinen Spielchen merkst du das. Es gibt hier mehr Stars, mehr Zweikämpfe, mehr Leidenschaft im Training.


Das ist halt der Unterschied, wenn ein Profi weiß, dass Platz 5 auch ok ist, dann wird er unterbewußt auch so spielen...

kicker: Sie setzen sich stets neue Ziele. Ist auch der FC Bayern nur eine Zwischenstation auf dem Weg nach . . . Madrid beispielsweise?

Ismael: Ich fühle mich sehr wohl in Deutschland, deshalb wollte ich hier bleiben. Und zu Bayern gibt es nur eine Steigerung - die Nationalmannschaft. Das ist mein Ziel. Dort will ich hin.


Korrekte Aussagen, nochmal herzlich willkommen, Valérien Ismael!

Offenbar doch kein Selbstläufer

scheint die Bundestagskandidatur von Laurenz Meyer zu werden!

Vor zwei Jahren, Meyer war noch im Amt und sein Ruf noch nicht durch die Gehaltsaffäre lädiert, kandidierte er auf Platz 4. Doch diesmal wird Meyer sehr weit hinten Platz nehmen müssen. Auf den prominenten fünf ersten Plätzen will die NRW-CDU den 57-Jährigen nicht sehen.

Die übliche "C"-Linie bis zur Wahl: "bloß keine Fehler mehr machen"...

Der Landesvorstand der CDU in NRW empfahl am Dienstagabend für Meyer Platz 25, wie SPIEGEL ONLINE heute erfuhr.

Und?!

Sollte es dazu kommen, dürfte Meyer immer noch Luft haben. Denn eng wird es nach Einschätzungen aus der NRW-CDU, legt man die letzten Landtagswahlen zugrunde, erst ab Platz 30 der Liste - und bis dahin wird Meyer wohl nicht durchgereicht.

So hofft wohl auch Meyer, aber:

Eine Unsicherheit gibt es aber selbst bis zum möglichen Wahltag noch: Gewinnt die CDU durch das Aufkommen der Linkspartei deutlich mehr Direktmandate als die SPD, geht dies zu Lasten der CDU-Landesliste.

Was sich Meyer jetzt wohl wünscht?!

Aber keine Sorge, die öffentliche "Rehabilitation" durch die seriösen Medien läuft ja schon:

Doch die öffentliche Rehabilitation des tief Gefallenen ist voll im Gange. Mitte Juni feierte ihn die "Bild" unter der Rubrik "Gewinner" mit einer kurzen Meldung: "Comeback für Ex-Generalsekretär Laurenz Meyer!"

Nun, zuletzt hatte ich

ja schon über die Wahrscheinlichkeit einer Demission Peter Hartz' berichtet und diese für eben ziemlich unwahrscheinlich gehalten, aber wie es halt so kommt, treten nach und nach mehr Details ans Tageslicht:In der Schmiergeld- und Bestechungsaffäre bei Volkswagen sind neue Einzelheiten über die Rolle von Personalvorstand Peter Hartz bekannt geworden. [...] Hartz habe die klare Anweisung gegeben, dem Betriebsrat unter anderem für Dienstreisen ein Budget zur Verfügung zu stellen, dessen Verwendung nicht kontrolliert worden sei, berichtet die "Financial Times Deutschland" ("FTD"). Den Etat, dessen Höhe bislang nicht bekannt ist, konnten die Betriebsratsmitglieder dem Blatt zufolge nach eigenem Gutdünken verwenden.Na sieh mal einer an, das scheint ja doch noch spannend zu werden!

Die USA unter Bush

sind offenbar zum Alltag geworden. Ganz und gar nicht alltäglich sollte ein aktueller Prozess werden:

Judith Miller, Starreporterin der "New York Times", sitzt seit gestern in Beugehaft, weil sie sich weigert, ihre Informanten preiszugeben. Damit eskaliert die Konfrontation zwischen dem Weißen Haus und den US-Medien. Journalistenverbände und Bürgerrechtler fürchten um die Pressefreiheit in den USA.

Ist schon klar, dass die Pressefreiheit nur solange gern gesehen ist, wie sie die eigenen Dunstkreise nicht stört...

Besser lässt sich der Wandel des Zeitgeistes in den USA kaum illustrieren: Miller muss ins Gefängnis für etwas, wofür Woodward einst als Held gefeiert wurde. Wie es dazu kam, ist ein Polit- und Justizkrimi, wie ihn Washington eben seit jenen Watergate-Tagen nicht erlebt hat.

Na dann laßt mal hören!

Januar 2003: Zur Einstimmung auf den Irak-Krieg hält US-Präsident George W. Bush eine Rede zur Lage an die Nation, samt dieser seither widerlegten Passage: "Die britische Regierung hat herausgefunden, dass Saddam Hussein kürzlich versuchte, sich aus Afrika signifikante Mengen an Uran zu beschaffen." Ein halbes Jahr später kritisiert Joseph Wilson, Ex-Botschafter im Irak, diese Behauptung in der "New York Times" als "Manipulation": Er sei den Uran-Gerüchten schon 2002 für die CIA nachgegangen und habe sie als Ente enttarnt.

Eine Woche später outet der erzkonservative Kolumnist Robert Novak die Ehefrau Wilsons, Valerie Plame, als Undercoveragentin der CIA - quasi im Nebensatz. Novak behauptet, "zwei hohe Regierungsbeamte" hätten ihm Plames Geheimidentität gesteckt. Plames CIA-Karriere ist damit zerstört, auch ihre persönliche Sicherheit ist gefährdet. Wilson spricht von einem "Racheakt" aus dem Dunstkreis Bushs.


Quatsch, kann ich mir überhaupt nicht vorstellen, sowas würden die Bush's niemals machen...

Doch wer Agenten verrät, macht sich in den USA strafbar. Also beruft Bush unter Druck schließlich einen Sonderermittler, der herausfinden möge, wer Plames Doppelleben ausplauderte. Dazu wird der Staatsanwalt Patrick Fitzgerald bestallt, ein als unabhängig geltender Jurist.

Nicht das schlimmste...

Fitzgerald findet heraus, dass mindestens sechs Journalisten über Plames CIA-Cover informiert wurden - von Kanälen aus dem West Wing, dem Nervenzentrum des Weißen Hauses. Die meisten legen ihre Quellen offen. Nur Cooper und Miller - die nie etwas darüber schrieb - verweigern die Aussage, sich auf den Quellenschutz berufend: "Solcher Schutz ist maßgebend für den freien Informationsfluss in einer Demokratie", verteidigt sich Miller.

Allerdings!

Das Bundesgericht in Washington sieht das anders.

Wer hat dessen Richter nochmal berufen?!

Es verurteilt die beiden im vorigen Oktober zu Beugehaft und brummt "Time" und der "New York Times" empfindliche Geldstrafen auf: Das "Interesse der Gesellschaft an Strafverfolgung" sei höher als ein Ehrenkodex.

Interessant!

Spätestens damit nimmt der Fall eine bizarre Wendung. Nicht mehr potenzielle Straftäter im Weißen Haus stehen nun im Visier der Justiz - sondern zwei Reporter, die mit der Affäre nur indirekt zu tun haben. Nur Novak, der willige Handlanger, bleibt unbehelligt.

Bestimmt alles nur Zufall!

Miller und Cooper legen Berufung gegen die Beugehaft ein, ziehen bis vor den Supreme Court, wo sie auf Verfassungsschutz pochen. Der lehnt es Ende Juni aber ohne Begründung ab, sich der Sache anzunehmen, lässt das Beugehaft-Urteil damit stehen - obwohl sich nicht nur alle namhaften US-Medien für die zwei Kollegen verwenden, sondern auch die Justizministerien von 34 US-Bundesstaaten sowie die Justizbehörden von Washington.

Was zählt das schon, wenn man ein bestimmtes Ziel verfolgt?!

Zum Glück, sind es nur noch 3 Jahre unter Dabbel Ju und wollen wir beten, dass nicht auch noch sein Südstaaten-Bruder 2008 antritt!

Wortakrobat # 202

Wortakrobat des Tages:

Andreas Brehme

"Der Ciri ist ein ruhiger Pol."

Andreas Brehme

Gerd Müller # 187

Gerd Müller Tor des Tages:

Gerd Müller

Saison 1971/72, 30.Spieltag, 06.05.1972

FC Bayern – Hamburger SV 1:0, 04.Minute

Endstand: 4:3