INSM? Kenn ich nicht!

Sollte man aber!

Spätestens seit dem letzten Plusminus-Bericht sollte man sich intensiver mit der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft beschäftigen!

Andere haben das übrigens schon mal getan und auch sie schauten hinter die Fassade...

Kritiker wie die Hans-Böckler-Stiftung des Deutschen Gewerkschaftsbunds kritisieren die aus ihrer Sicht marktliberalen Positionen und die deutliche Nähe zu Unternehmensverbänden. Der Initiative wird vorgeworfen, eine Tarnorganisation der Industrie zu sein, welche die "marktradikalen Konzepte" der Union und insbesondere von Friedrich Merz bewerbe.

Lustig dagegen, wer alles zum illustren Kreis der Initiative gehört:

Die Initiative hat ca. 40 feste und freie Mitarbeiter, dazu eine unbekannte Anzahl an sog. Kuratoren, Unterstützern und Botschaftern, zu denen auch Personen wie Arnulf Baring, Hans Tietmeyer, Friedrich Merz (CDU) und Oswald Metzger (Bündnis 90/Die Grünen) gehören.

Ein Oswald Metzger übrigens, der, wie Plusminus belegt, "zwar noch als Grüner firmiert, aber kein Amt mehr inne hat und inzwischen als Publizist, Berater und politischer Vortragsreisender lebt".

Anderen Verzicht zu predigen - dafür wird man offenbar ziemlich gut bezahlt.

Allerdings, denn er sagt ja selbst:

"Klar, ich hab 'nen ordentlichen Honorarsatz für 'ne Veranstaltung. Mein Normalsatz ist ein sehr ordentlicher, der fast einem Durchschnittseinkommen von einem normalen Arbeitnehmer entspricht."

Wohlgemerkt pro Abend!

Da überrascht es nicht mehr, wenn man erfährt, dass die INSM nur eine Unterorganisation der Arbeitgeber-Verbände ist!

Es war der mächtige Metallarbeitgeber-Chef Kannegießer persönlich, der die Initiative vor fünf Jahren gründete. Aus Ärger.

Auslöser war eine repräsentative Umfrage. Danach stand die Mehrzahl der Deutschen der Marktwirtschaft kritisch gegenüber, wünschte sich auch in Zukunft einen starken Sozialstaat.

Den Arbeitgebern standen die Haare zu Berge. Sie beschlossen, das störrische Volk ins Visier zu nehmen. Der Plan: eine systematische Umerziehung von oben - durch PR.


Und daran wird mächtig gearbeitet - natürlich nur zum Wohle des Volkes, versteht sich, wobei Geld keine Rolle spielt!

Fast 100 Mio. Euro werden für zehn Jahre Meinungsmache investiert, über 30 Redakteure und Werbe-Profis der Agentur Scholz and Friends engagiert. Sie erfinden die so genannte "Neue Soziale Marktwirtschaft" – gemeint ist natürlich: weniger soziale Marktwirtschaft.

Drei Botschaften werden den Menschen immer wieder eingebläut: Deutschland steht am Abgrund; Schuld sind der Sozialstaat und seine bornierten Anhänger; Rettung bringen nur harte Reformen nach dem Muster "Nehmt´s den Armen, gebt´s den Reichen" - genau wie Robin Hood - nur anders herum.


Einen aktuellen Bezug gibt es auch:

So wie der radikale Steuersenker Paul Kirchhof, zu dem die Bundesvorsitzende der CDU, Angela Merkel, feststellt: "Er ist nicht von ungefähr im Jahr 2003 auch zum "Reformer des Jahres" von der Initiative neue Soziale Marktwirtschaft ausgezeichnet worden". [...] Zwar nur von Gnaden der Initiative. Aber Auszeichnung ist Auszeichnung, und hinterher fragt niemand danach.

Und wonach auch keiner mehr zu fragen scheint sind die erfüllten Forderungen der Arbeitgeber durch Rot-Grün...

Dass die rot-grüne Bundesregierung viele Forderungen der Arbeitgeber umgesetzt hat, dass seitdem aber nichts besser wurde, sondern die Krise noch tiefer, das ficht den exklusiven Club nicht an.

Mit kritischen Nachfragen haben ehemailige Alternativ-Linke da dann schon eher ein Problem!

Oswald Metzger: "Sind sie von Attac bezahlt? Ich will ihnen nur spiegeln, was sie hier machen. Also, ich finde das schon fast unverschämt."