wenn Samstags nachmittags kein Fußball stattfindet, z.b. Samstags in die
17:15 - Vorstellung der
Unglaublichen zu gehen!
Nun, eins vorweg, die
Vorschusslorbeeren, die diesem Film
vorauseilten, sind mehr als begründet:
Mit "Die Unglaublichen" versetzt er nun das juvenile Animationskino ins Erwachsenenalter - und zwar mit einer actionreichen, hinreißend komischen und zugleich hintersinnigen Geschichte über Superhelden.
Wie wahr - dieser Film ist viel mehr als
nur ein Trickfilm!
Reden wir mal nicht nur von der state-of-the-art - Grafik, der besten Animations - Technik, die ich bisher gesehen habe (Die Haare von Flash - Wahnsinn!), sondern von der Atmosphäre, die mich als Fan der 60er Jahre James Bond - Filme natürlich ganz besonders begeistert hat, oder um den Spiegel zu zitieren:
Am beeindruckendsten aber ist die mutige Ästhetik des Films, die Bird aus alten Bond-Filmen, B-Movies und Comic-Heften zusammenzitiert: Mit seinen futuristischen Formen und knalligen Farben erweckt der Film jene Moderne zu neuem Leben, wie sie in den fünfziger und sechziger Jahren von Designern, Künstlern und Filmemachern gesehen wurde: Wuchtige Möbel balancieren auf zierlichen Stelzen, Straßenkreuzer protzen mit geschwungenen Heckflossen, Gebäude erinnern an die Visionen von Frank Lloyd Wright und Mies van der Rohe. Hier findet das Bekenntnis zum "Anything goes" seine konsequente visuelle Umsetzung.
Full ACK!
Der Wortwitz, der
"Hauch von Sozialdarwinismus", und vor allem der Charme des Zusammenspiels der Figuren mit ihren deutschen Synchronsprechern (herrlich,
Markus Maria Profitlich und
Herbert Feuerstein!), nicht zu vergessen deren merkwürdige Ähnlichkeit, wobei das ja eigentlich gar nicht sein kann, denn die Figuren des Films wurden in den USA hergestellt - wer kennt da schon unsere deutschen Synchronsprecher...
Zusammenfassend läßt sich sagen, dass dieser Film absolut sehenswert ist, also reingehen, aber bitte nicht in die 17:15 - Vorstellung am Samstag nachmittag, denn, und jetzt kommen wir zum zweiten Thema, wer Schwierigkeiten damit hat, während das gesamten Films lärmende, pubertär quaselnde Kinder um sich herum zu ertragen, die sich mit Popcorn bewerfen, im Kino umherlaufen und sich gegenseitig nicht nur die Werbung sondern auch noch den Film erzählen, der sollte auf jeden Fall mind. die 20:00 - Vorstellung und evtl. sogar die englische Original-Version wählen...!
Wobei man, zugegebenermaßen der Hälfte des Saales Unrecht tun würde mit dieser Bewertung, denn 50% der Gäste waren schließlich zu 80% Väter mit ihren Söhnen und zu 20% Mütter mit ihren Söhnen, die sich durchaus ganz normal verhalten haben, aber die "Kindergeburtstag" - Gesellschaften sind da eben ungezügelter!
;-)
Wobei man als Erwachsener dann ganz klar abwägt, inwieweit es gesellschaftlich opportun wäre, fremden Halbwüchsigen eine zu kleben, während man andere sog. Erwachsene neben sich sitzen hat, von denen abwechselnd entweder
dezente Schweiß - Gerüche oder prollige Sprüche über die Lärmbelästigung oder sonstige Familienprobleme herüberwehten...
Aber der Film war wirklich klasse!
;-)